Karin Brückner-Muth aus Alsheim hat das Amt der Präsidentin übernommen
Mit der Unterstützung des ASB-Wünschewagens will sie Berührendes bewirken und echte Hoffnung spenden.
Für die kommenden Monate hat sich die Rheinhessin viel vorgenommen und bringt viel Vorfreude auf ihre neue Aufgabe mit. Wer ist die Frau hinter diesem Amt und mit welchen Schwerpunkten möchte sie den Wormser Service-Club durch das kommende Jahr führen?
Wenn man Karin Brückner-Muth nach ihrer Motivation fragt, spürt man sofort: Hier spricht eine Frau, die das Anpacken im Blut hat. Für die Alsheimerin ist soziales Engagement kein Pflichtprogramm, das man für das gute Gewissen absolviert. „Das ist auch eine Lebensphilosophie, mit der ich großgeworden bin“, sagte sie.„Es gibt Menschen, denen das Schicksal übel mitgespielt hat und die sich nicht mehr selbst helfen können. Wenn man dann die Möglichkeit hat, einzugreifen und zu helfen, dann tut man das einfach. Das ist für mich eine absolute Selbstverständlichkeit.“
Der Weg zur Clubspitze: Hindernisse und Wendepunkte
Dabei war ihr Weg an die Spitze des Inner Wheel Clubs Worms alles andere als gerade. Eigentlich fing alles schon im Jahr 2021 an. Zwei Clubmitglieder klopften bei ihr an und fragten, ob sie nicht Lust hätte, das Team zu verstärken. Ihr Bauch sagte sofort Ja. Doch dann schlug das Leben mit einer Wucht zu, die alles andere zunächst nebensächlich machte: eine schwere Erkrankung und zwei Todesfälle innerhalb kürzester Zeit in der Familie. „Das war ein sehr dunkles Jahr für mich, in dem ich meine Kraft für mich und meine Familie gebraucht habe“, betont sie.Der Club tat in dieser Zeit das, was wahre Freunde tun: Er hielt sich im Hintergrund bereit, wartete geduldig und fing sie im Januar 2023 auf, als sie bereit war. „Wir sind ein wunderbarer, bunter Haufen von derzeit 29 ganz unterschiedlichen Frauen. Das Schöne ist: Wenn man Hilfe braucht, hält man die Hand auf und es ist sofort jemand da. Wir haben ein tolles Vorstandsteam, eine großartige Sekretärin und halten alle zusammen.“
„Miteinander Hoffnung geben“ als Club-Motto
Ihr Motto für das kommende Clubjahr bringt dies direkt auf den Punkt: „Miteinander Hoffnung geben“. Und wer Karin Brückner-Muth ein wenig kennt, der weiß, dass sie unter „Miteinander“ kein theoretisches Gerede bei Sekt und Häppchen versteht. Zumal der Club in den vergangenen Jahren vieles bewegt hat. Für ihre eigene Amtszeit hat sie sich ein ganz neues, emotionales Projekt ausgesucht. Sie möchte Geld für den ASB-Wünschewagen sammeln, um sterbenskranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen letzten, großen Herzenswunsch erfüllen zu können. Sei es etwa ein Ausflug, ein Besuch im Freizeitpark oder ein anderer Wunsch.Langweilig wird es im Leben von Karin Brückner-Muth so schnell nicht. Sie ist als sprichwörtliches „Allround-Talent“ im familieneigenen Weingut Rappenhof voll eingespannt – heute sogar mehr als früher, weil sie als Oma auch ihrer Tochter mit deren kleinen Kindern den Rücken freihält.
Warum sie sich diesem Amt neben all ihren Pflichten überhaupt widmet? „Weil es mein Herz erfüllt. Ich bin einfach unglaublich dankbar, dass ich das tun darf“, sagt sie leise, und ihre Augen leuchten dabei. „Es gibt doch wirklich nichts Schöneres, als in glückliche Augen zu sehen – egal ob bei den Erwachsenen, denen wir einen letzten Wunsch erfüllen, oder bei Kindern, die sich einfach riesig freuen.“Wormser Zeitung 20.07.2026

