Unterstützung des syrischen Künstlers Elijah Haier

Fast ein wenig schüchtern steht er da bei der Vernissage und kann sein Glück kaum fassen, in der Kasseler Documenta-Halle neben so bekannten Künstlern wie Klaus Staeck, Tomi Ungerer oder Markus Lüpertz auszustellen: Elijah Haider, der 20-jährige Syrer, der in Worms bei Familie Wieckhorst eine neue Heimat fand.

Projekt „Kunst trotzt Ausgrenzung“

Unter dem Titel „Kunst trotzt Ausgrenzung“ setzt die Diakonie Hessen mit einem ungewöhnlichen Kunstprojekt ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus. An der Wanderausstellung, kuratiert von Andreas Pitz, beteiligen sich Künstler verschiedener sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft. Die Ausstellung möchte den Betrachter herausfordern, sich mit einer offenen, inklusiven und vielfältigen Gesellschaft auseinanderzusetzen und ist Teil eines Projektes zur Demokratieförderung der Diakonie Deutschland.

In diesem Rahmen hat Elijah Haider viel zu sagen. Kriegsbedingt konnte er seinen sehnlichsten Wunsch, ein Kunststudium, in seiner Heimat nicht verwirklichen und hat deshalb seine Heimat verlassen.

Inzwischen hat er sich mit eisernem Willen, seinem großen Talent und dank der Förderung von Monika und Horst Rettig über die Jugendkunstakademie einen Studienplatz an der Universität der Künste in Berlin erarbeitet. An der Ausstellung nimmt er mit drei großformatigen Bildern unter dem Titel „Manipulation“ teil. Noch immer spiegeln die Bilder in ihrer düsteren Tiefgründigkeit die Erlebnisse des jungen Mannes wider.

„Für die Jugendkunstakademie ist er ein gutes Vorzeigebeispiel, was aus Jugendlichen an Talenten herausgeholt werden kann und wie sie dadurch als selbstbewusste Persönlichkeiten unsere Gesellschaft bereichern“, freute sich Monika Rettig, die ihren ehemaligen Schützling vor Ort mental unterstützte.

„Inner Wheel“-Präsidentin Heidi Lammeyer und ihre Clubfreundin Sanneliese Stein wertschätzten mit dem Besuch der Ausstellung die Leistung von Elijah Haider, der sich mit seinem Fleiß und seiner Strebsamkeit der finanziellen Förderung seitens des Clubs sehr würdig erweist.

Vorbild für andere Jugendliche

„Jeder junge Mensch sollte die Chance haben, dass seine besonderen Talente gefördert werden. Elijah Haider nutzt sie“, freut sich Heidi Lammeyer.

Die Inner Wheel-Präsidentin wünscht sich, dass er damit anderen Jugendlichen Motivator und Vorbild ist.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. März in Kassel zu sehen.

Auszug aus der Wormser Zeitung vom 22.11.2017

http://www.wormser-zeitung.de/lokales/worms/nachrichten-worms/syrischer-fluechtling-aus-worms-stellt-in-der-documenta-halle-in-kassel-aus_18514852.htm